Die Entwicklung des Internet


Evolution Die Zukunft des Internet
ARPA Net (8 min. flash movie stream)
Email  
FTP Adobe PDF Internet Quiz 1 (PDF)
Telnet Adobe PDF Internet Quiz 2 (PDF)
NSF Net - Bit Net Adobe PDF Internet Quiz 3 (PDF)
TCP/IP  
Usenet  
IRC - Chat  
World Wide Web  
NGI  

Evolution

1964 publizierte Paul Baran, Ingenieur der RAND Corporation (US Mil.), ein Memorandum über die Verwundbarkeit zentralisierter Netzwerke (wie damals die Telefonnetze), "da die Zerstörung eines einzelnen zentralen Knotenpunkts oder einer Verbindung ausreicht, um die Kommunikation zwischen Endgeräten zu zerstören". Er erdachte ein verteiltes Netzwerk, das auf zentrale Verbindungsstellen verzichtet und ein Netz aus zahlreichen Knoten bildet, die jeweils mit mehreren ihrer Nachbarknoten verbunden sein sollen. Mangels Interesse seiner Auftraggeber stellte er jedoch 1965 seine Forschungen wieder ein. Er war ein Visionär:

„Das Internet ist das Werk von Tausenden von Menschen. Es wird in den nächsten Jahren von Hunderten neuer Ideen fortentwickelt. Es ist wie eine Kathedrale. Irgendwann kommt ein Historiker und fragt, wer denn die Kathedrale gebaut hat. Wenn man nicht aufpasst und die Arbeit der anderen nicht achtet, kann man sich selbst täuschen und glauben, der Erbauer zu sein.“

Paul Baran: 2001

1968 nahm das US Verteidigungsministerium Forschungen mit WAN Wide Area Network auf, das im Kriegsfall zuverlässige Übertragungen von Kommandoinformationen ermöglichen sollte, selbst für den Fall, dass große Teile des Netzes ausgefallen waren.

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ARPA Net

1969 intensivierte ARPA Advanced Research Projects Agency (ebenfalls US Mil.) diese Untersuchungen. Wissenschaftler entwickelten im Auftrag der Militärs ein Übertragungsverfahren, das Computerdaten in kleine Päckchen zerlegt, und diese gelangen oft auf unterschiedlichen Wegen zum Empfänger. ARPA richtete über Mietleitungen ein erstes paketvermittelndes Netzwerk ein.

Neil Amstrong betrat am 21. Juli 1969 um 3.56 Uhr den Mond. Am 2. September 1969 ging in Los Angeles der erste Rechner der ARPA online. Vier Netzknotenrechner standen bis Jahresende in den Universitäten von Los Angeles (UCLA), dem Stanford Research Institute (SRI), der Uni von Santa Barbara (UCSB) und der Uni von Utah. Dieses 'Mikronetz' wurde ARPANET genannt.

1971 wuchs die Zahl der verbundene Computersysteme immerhin schon auf 23 an, 1972 bestand das ARPANET aus 20 Vermittlungsknoten und 50 Hosts. Die ersten Dienste, die zur Verfügung standen, waren Dateitransfer und Terminaldienste, ähnlich dem heutigen Telnet und FTP. Im Jahre 1971 fanden auch die ersten erfolgreichen Versuche mit der elektronischen Post, der Email, statt.

1973 telefonierte man das erste Mal über das Netz und das ARPANET wurde international: England und Norwegen wurden mit je einem Standort angeschlossen.

Am 27. Oktober 1980 kommt das ARPANET wegen einer sich explosionsartig verbreitenden Statusnachricht zum Erliegen – unabsichtlich natürlich. Die Zeit der Plagen durch Würmer und Viren wird erst um die Jahrtausendwende wirklich losbrechen. Das Netz bestand auch erst aus ca. 200 Rechnern, die allerdings von einer großen Anzahl Benutzern verwendet wurden.

Der Grundstein für den Computermassenmarkt wurde im darauf folgenden Jahr gelegt: Am 12. August 1981 brachte IBM einen PC mit dem Betriebssystem DOS der 40-Mann-Firma Microsoft heraus. In den ersten vier Monaten werden 64.000 Stück verkauft, die billigste Konfiguration (Intel 8088 Prozessor mit 4.77 MHz und 16 kB RAM) war ab 1565 US-Dollar zu haben. 1984 brachte Apple den Macintosh auf den Markt.

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Email - Electronic Mail

Der Computertechniker Ray Tomlinson, der damals beim privaten Forschungsunternehmen BBN (Bolt, Beranek and Newman) in Cambridge (Massachusetts) mit dem Aufbau des ARPANET beschäftigt war, gilt als Erfinder einer der erfolgreichsten digitalen Entwicklungen. Es gab schon gegen Ende des Jahres 1971 erste Tests, aber Anfang 1972 kamen die von ihm entwickelten Programme (SNDMSG/READMAIL) zum Einsatz, mit denen Textnachrichten bequem über ein Netzwerk verschickt und gelesen werden konnten.

Für eine eindeutige Adressierung war ein Zeichen nötig, das sonst äußerst selten gebraucht wird. Tomlinson entschied sich für das @ Zeichen, das heute ein Symbol der digitalen Kommunikation geworden ist.

Der so genannte 'Klammeraffe' trennt seit 1972 den jeweiligen Benutzernamen vom Namen des benutzten Netzwerk-Servers in jeder Mail und sorgt so für eine eindeutige Identifizierung der Adressen. Tomlinson wählte dieses Zeichen, weil es kein Buchstabe des Alphabets ist und daher vom Computer nicht versehentlich als Teil eines Personennamens interpretiert werden kann.

An der Weiterentwicklung seiner revolutionären Idee war Tomlinson nicht mehr persönlich beteiligt. Er hatte aber die grundlegenden Standards zum Versenden elektronischer Post festgelegt.

Der US-Regierungsangestellte Lawrence Roberts vom Information Processing Techniques Office entwickelte zusammen mit Steve Crocker dann 1972 Readmail weiter zu dem Programm RD. Mit RD war die Verwaltung von E-Mails möglich. Über den Header ließen sich Mails nach Betreff und Datum in Ordner sortieren, die Mails konnten auch in beliebiger Reihenfolge heruntergeladen und beantwortet werden.

Barry Wessler wiederum entwickelte RD zu NRD weiter und fügte unter anderem einen selektiven Befehl zum Löschen unerwünschter Post hinzu. 1975 richtete Steve Walker die erste Email Verteilerliste ein. In dieser Verteilerliste regt Kevin Mackenzie am 12. April 1979 an, mehr Emotionen in die trockenen Texte zu bringen, indem man -) scherzhaften Aussagen nachstellt. Doch erst am 19. September 1982 schlägt Scott Fahlman die Verwendung von :-) und :-( vor – die "Emoticons", wie man sie heute kennt. Ein Durchbruch gelang Eric Allman mit der Programmierung der Software Sendmail im Jahr 1981. Damit war es erstmals möglich, Nachrichten mit einem Mailprogramm gleichzeitig in verschiedene Netze zu versenden.

Die Email Kommunikation basiert heute auf drei Protokollen: SMTP zum Versenden und POP und IMAP zum Empfangen von Nachrichten. Der heutige Erfolg der Email war 1971 noch nicht absehbar, Tomlinsons Erfindung machte nur wenige Schlagzeilen.

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FTP - File Transfer Protocol

1971 war auch die Geburtsstunde von zwei enorm wichtigen Protokollen, die für die Grundanwendungen des Arpanet benötigt wurden: Telnet und FTP.

Einer der Grundpfeiler des Arpanet und später des Internet (zB. der Dienst mit dem höchsten Datenverkehr bis 1995), war das File Transfer Protocol (FTP). Mit FTP ist es möglich, Dateien (Daten, Text, Programme usw.) von einem Computer über das Netzwerk zu einem Anderen zu übertragen, auch wenn die Computer verschiedene Betriebssysteme und Verzeichnisstrukturen haben.

Es gibt identifiziertes und anonymes FTP: bei identifiziertem FTP muß man als Benutzer des FTP-Servers registriert sein und einen Usernamen und ein Paßwort besitzen, um Dateien übertragen zu können.

Bei anonymem FTP reicht als Username die Bezeichnung 'anonymous' und als Passwort wird meistens die Email Adresse abgefragt. Anonyme FTP-Server stellen einen riesigen Informations- und Dateienpool dar, auf den jeder zugreifen kann.

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Telnet - Terminal over Network

Mit Telnet ist es möglich, auf entfernte Computer so zuzugreifen, als ob man direkt vor ihnen sitzen würde und das Terminal, auf dem man schreibt, direkt mit dem entfernten Computer verbunden wäre.

Diese Technik, auch als Remote Login bezeichnet, ermöglicht es, alle Kommandos auszuführen, die auch an einem Terminal möglich wären, das direkt an den entfernten Computer angeschlossen ist. Es wird üblicherweise dazu verwendet, Benutzern den Zugang zu Internetrechnern über die Kommandozeile zu bieten.

Telnet ist ein Client-Server-Protokoll, es verwendet TCP und die Clients verbinden sich meistens über Port 23 mit dem Zielrechner. Es ist ebenfalls möglich mit einem Telnetprogramm eine interaktive TCP Verbindung zu einigen anderen Internetservices aufzubauen, beispielsweise eine Verbindung über Port 25, wo sich meistens ein SMTP Server befindet, um Fehler in einem Emailserver zu finden.

Für Netzwerkadministratoren ist Telnet ein nützliches Werkzeug. Damit kann man feststellen, ob eine TCP/IP-Verbindung über einen bestimmten Port zustande kommt oder ob dieser Port zB. von einer Firewall geblockt ist. Sicherheitsexperten lehnen dieses Protokoll jedoch inzwischen ab.

Zusätzlich zu den vorhandenen Sicherheitslücken in Telnetservern, gibt es noch das Problem, dass Daten (zB. Passwörter) nicht verschlüsselt werden. Daher kann jeder, der dazu in der Lage ist, die Verbindungsdaten einsehen, somit auf einfache Weise vertrauliche Daten mitlesen und Zugriff auf die Verzeichnisse des Benutzers auf dessen Zielrechner erlangen.

Da der Einsatz des Telnetprotkolls solche Risiken birgt, wird heute statt dessen meist das 1998 veröffentlichte, sichere und funktionale Protokoll SSH verwendet. Viele Sicherheitsexperten empfehlen den Einsatz von Telnet für remote logins unter allen Umständen gänzlich einzustellen.

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NSFNet und BitNet - Because It´s Time Network

1973 wurden die ersten europäischen Großrechner (Mainframes) in den Verbund eingegliedert. In der Zwischenzeit entstanden weitere Netzwerke, beispielsweise das Bitnet, das NSFNET oder das von der Firma IBM geförderte Netzwerk EARN.

In den 80er Jahren baute die amerikanische NSF (National Science Foundation) an fünf großen Universitäten ein Netzwerk auf der Basis von Supercomputern auf. Eigentlich sollten diese über das Arpanet verbunden werden, was aber auf Grund des großen bürokratischen und technischen Aufwands scheiterte. Stattdessen wurde ein eigenes Netzwerk eingerichtet, das NSFNET.

1983 übernahm die DCA Defense Communications Agency die Verwaltung des Arpanet und fasste alle militärisch relevanten Teile im MILNET zusammen. Dieses Teilnetz wurde durch streng kontrollierte Gateways vom restlichen Arpanet abgeschirmt. Mitte der Achtziger wurden dann Arpanet und NSFNet zusammen geschlossen - ein internationales Netz war geschaffen: das InterNet.

BitNet ist ein Internationales Netz, das vor allem Hochschul- und Forschungseinrichtungen der USA mit dem europäischen EARN verbindet. Es gehört aber nicht zum Internet, Übergänge dorthin sind zB. per Email möglich.

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TCP/IP - Transmission Control Protocol/Internet Protocol

Viele unterschiedliche Netze bringen auch viele unterschiedliche Übertragungsverfahren mit sich. Man brauchte einen Standard, der alle Rechner miteinander verbinden konnte.

1974 legten Vincent Cerf (Stanford Univ.) und Robert Kahn (DARPA) erstmals die Grundzüge der TCP/IP Architektur dar. Ihr Ziel war, ein Protokoll zu schaffen, das Verbindungen zwischen unterschiedlichen Rechnern in verschiedenartigen Netzwerken unterstützt. TCP/IP ist seitdem als Standard akzeptiert.

Ein Netzwerkprotokoll ist nichts weiter als das Übertragungsverfahren für die Daten im Netz, die technische Grundlage für das Funktionieren. TCP zerlegt die Daten in einzelne Pakete, die nummeriert werden und eine Prüfsumme erhalten. IP regelt die "Zustellung" der Datenpakete anhand der Zieladressen.

Die Basis für die logische Struktur des Internet bildet diese 'Protokoll-Familie' und das hinter den Protokollen stehende 'Vier Schichten Modell' der Kommunikation zwischen zwei Rechnern.

 

Rechner A
---->
World Wide Web
---->
Rechner B
V Anwendungsschicht
V
V
V
Telnet
FTP
SMTP
HTTP
<-->
Telnet
FTP
SMTP
HTTP
Anwendungsschicht /\
/\
/\
/\
V Transport Schicht
V
UDP
TCP
<-->
UDP
TCP
Transport Schicht /\
/\
V Internet Schicht
V
IP
<-->
IP
Internet Schicht /\
/\
V Netzzugangsschicht
---->
---->
---->
Netzzugangsschicht /\

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Usenet und NNTP - Network News Transfer Protocol

Das Usenet entstand 1979 als Verbindung zwischen der Duke Universität und der Universität von North Carolina. Es geht zurück auf die Initiative zweier Studenten, welche die Möglichkeit ausnutzten, zwei Unix-Rechner über das zum Betriebssystem gehörige Softwarepaket UUCP (unix-to-unix-copy) miteinander zu verknüpfen. Daraus wurde ein Konferenzsystem, das über seinen Namen - Unix User Network - eine gewisse Selbstbezogenheit reflektierte.

1980 wurde ein Band mit einer Zusammenstellung der für das Usenet notwendigen Software auf einer Konferenz von Unix-Benutzern verteilt. Das UUCP-Protokoll war darauf ausgelegt, Rechner über Modem und Telefonleitung zu verbinden. Bei der um 1980 üblichen Bandbreite von 60 - 120 Bits/Sekunde stellten Telefonkosten einen nicht unerheblichen Faktor dar, der auf die Gestalt des Netzes Einfluß nahm.

Ab 1983 wurden die zentralen Rechner des Usenet unter der Bezeichnung 'Backbone' zusammengefasst. Deren Administratoren standen untereinander in Kontakt und hatten erheblichen Einfluß auf die thematische Struktur des Usenet, den Newsgroups. Die Machtposition der Backbone-Administratoren erlaubte es, Entscheidungen nach eigenem Gutdünken vorzunehmen, denn nur deren Übereinstimmung konnte dafür sorgen, daß eine Nachrichtengruppe über das ganze Netz verteilt wurde.

Diese Topologie des Usenet als ein dezentralisiertes Netzwerk hatte mindestens bis 1986 Bestand. Newsgroups waren lange Zeit neben Email und Dateitransfer eine der Hauptanwendungen im Internet.

Ab 1987 wurde das Prinzip des Backbones an verschiedenen Stellen durchlöchert: Die alt-Hierarchie wurde zur Verfügung gestellt, die Einrichtung neuer Nachrichtengruppen wurde formalisiert und quasi demokratischen Regeln unterworfen. Außerdem wurde 1986 das Network News Transfer Protocol (NNTP) veröffentlicht, das es ermöglichte, Usenet-Mitteilungen über das Internet zu transportieren. Mit der Überlagerung von Usenet und Internet, wie es NNTP erlaubte, übernahm das Usenet auch die Eigenschaft der Ausfallsicherheit.

Bezogen auf die inhaltliche Ordnung hieß das: Eine effektive Kontrolle von zentralen Stellen war nicht mehr möglich, denn in einem verteilten Netz können Knoten, die bestimmte Gruppen nicht führen, umgangen werden.

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IRC - Internet Relay Chat

1988 entwickelte Jarkko Oikarinen, ein Student der Universität von Oulu (Finnland) für sein privat betriebenes Bulletin Board System (BBS) einen interaktiven Kommunikationsdienst: Internet Relay Chat. Im Gegensatz zu talk, einem Dienst, der meist unter UNIX-ähnlichen Betriebssystemen zu finden ist und nur eine Kommunikation zwischen zwei Menschen erlaubt, war es mit diesem neuen Dienst möglich, mehrere Benutzer miteinander kommunizieren zu lassen.

Nach einem erfolgreichen Einsatz innerhalb des Bulletin Board Systems und der Erweiterung zu einem eigenständigen Programm wurde das zugrundeliegende Protokoll so erweitert, daß mehrereServer untereinander ihre Informationen austauschen konnten.

Auf diese Weise begann der neue Kommunikationsdienst seine Karriere als Internet Relay Chat (IRC) in dem ersten IRC-Netzwerk, das aus drei finnischen Servern bestand. Nachdem Finnland Ende 1988 ans Internet angeschlossen war, sorgte der IRC auch in den Vereinigten Staaten für Furore.

Mehrere IRC-Netze entstanden, unter denen auch das AnarchyNet zu finden war. Das AnarchyNet bildete sich um einen Rechner namens eris.berkeley.edu, der zur Universität von Kalifornien in Berkeley gehörte. Hier wurde versucht, ein IRC-Netzwerk zu betreiben, daß keinerlei Regeln für eine geordnete Kommunikation seitens der Administratoren vorsieht, wie sie gewöhnlich für heutige öffentliche IRC-Netze existieren. Um sich von dem AnarchyNet und dessen Regellosigkeit zu distanzieren, nannte sich das größte, damals überbleibende IRC Netz Eris-Free-Network, was im Laufe der Jahre zu EFNet abgekürzt wurde.

Einige Ereignisse in der Vergangenheit trugen in besonderem Maße zur Popularität des IRC bei. Während des Golfkrieges im Jahr 1991 waren die aktuellsten Berichte über den Verlauf des Krieges über den IRC erhältlich. Ein ähnliches Szenarium spielte sich im September 1993 ab, als gegen das sowjetische Staatsoberhaupt, Boris Yeltsin, geputscht wurde. IRC Benutzer aus Moskau erzählten live von den dortigen Ereignissen.

Vom Beginn des internationalen Einsatzes des IRC bis zur Gegenwart stieg die Anzahl der IRC-Benutzer kontinuierlich an. Ende 1989 wurden an den Universitäten Erlangen, München, Freiburg und Karlsruhe eigene deutsche IRC-Server gestartet und an das EFnet angeschlossen. Das Datenaufkommen des IRC hat sich in der Vergangenheit in jedem Jahr mindestens verdoppelt. Dabei kam es vor, daß einige IRC-Netze so groß wurden, dass sie das Datenaufkommen nicht mehr bewältigen konnten. In einer solchen Situation teilen sich IRC-Netze und bilden auf diese Weise mehrere kleinere IRC-Netze.

Bis heute haben sich aus dem damaligen EFnet, bei dem 200 Benutzer noch eine Seltenheit waren, vier große internationale IRC-Netze gebildet. Jedes einzelne von ihnen beherbergt heute je nach Tageszeit zwischen 10000 und 40000 Benutzer. Die Anzahl kleinerer IRC-Netzwerke ist heutzutage nicht mehr zu überschauen. -> efnet.net -> efnet.org

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WWW - World Wide Web

1981 brach das Internetzeitalter endgültig an, als am 1. Jänner 1981 ARPANET auf das TCP/IP Protokoll umschaltete, so wie es noch heute in Verwendung ist. Manche Menschen sehen dieses Datum als die wahre Geburtsstunde des Internet an.

Ebenfalls in diesem Jahr wurde das Domain Name System eingeführt (bis dahin wurden nur numerische IP-Adressen verwendet) und am 15. März 1985 die erste Domain, "symbolics.com", registriert. Gratis natürlich, und für die nächsten zehn Jahre blieb die Registrierung von dot.com Domains kostenfrei.

In Österreich bot die Uni Wien erstmals 1986 Email über interne Systeme allgemein an. 1988 wurde die Domain ".at" registriert.

1989 schenkte der Brite Tim Bernes Lee, Kernphysiker und Computerspezialist am Kernforschungszentrum CERN in der Schweiz, der Welt das World Wide Web, das "weltweite (Spinnen)netz". Tim Bernes Lee entwickelte eine Sprache, mit der man Informationen auch grafisch darstellen kann, HTML Hyper Text Markup Language genannt. Mit der Progammiersprache HTML ermöglichte er auch, dass man von einer zur nächsten Seite navigieren kann (Hyperlinks).

Gleichzeitig schaffte er die Voraussetzungen dafür, dass diese Seiten auf dem Monitor dargestellt werden konnten, dafür sorgte ein Anzeigeprogramm namens "Browser"(engl. browse: blättern, stöbern). 1990 bestand das Internet bereits aus 3000 Teilnetzen mit über 200.000 Hosts.

1990 bot der erste kommerzielle Internetprovider "TheWorld" in den USA Interneteinwahl an. Die Uni Wien wurde am 10. August als erster österreichischer Knoten mit einer permanenten Leitung (64 kbps) an das weltweite Internet angeschlossen. EUnet folgte ein Jahr später als erster kommerzieller Internet Provider (ISP) Österreichs, zu diesem Zeitpunkt gab es bereits 1077 österreichische Rechner im Internet.

Allerdings hatte dieses Netz noch wenig mit dem Internet zu tun, das wir heute kennen. Es gab keine Browser, weil kaum grafische Benutzeroberflächen verbreitet waren. Bis dahin war das Internet "nur" ein Netzwerk aus Netzwerken, in dem man Computer fand und weltweit Datenpakete per FTP austauschen konnte. Im World Wide Web hingegen fand man Dokumente, es wurde ein abstrakter Informationsraum, der das Internet auch für Leute nützlich machte, die sich nicht für Computer, sondern für Informationen interessieren.

Dafür war aber eine grafische Benutzeroberfläche notwendig. Ein System wurde zwar schon 1972 von Xerox unter dem Namen "Alto" entwickelt, aber einer breiten Masse zugänglich wurde es erst mit Microsoft Windows 3.0, das am 22.5.1990 erschien. Das Internet war dabei noch kein Thema. Bill Gates sagte selbst 1993: "Das Internet interessiert uns nicht, es gibt einen Markt von vielleicht 150 Benutzern."

Marc Andreessen veröffentlichte am 21. April 1993 den ersten integrierten grafischen Browser Mosaic, zuerst für Unix-Systeme, später auch für Apple Macintosh und Microsoft Windows. Auf ihm basieren sowohl der Internet Explorer als auch Netscape. Durch die Integration von Bildern und bunten Texten machte Mosaic das Netz auch für Laien zugänglich und populär. Im Internet gab es schon zwei Millionen Rechner und immerhin 130 Webserver. Explosionsartig entstanden so ab Mitte der 90er Jahre bunte, bilderreiche Webseiten, die kinderleicht mit der Maus zu bedienen sind.

1994 hatte sich die Anzahl der Rechner auf vier Millionen verdoppelt und die Anzahl der Webserver stieg sprunghaft auf 2738. Yahoo organisierte das Web mit thematisch geordneten Linklisten und Windows 3.11 ermöglichte mit einer Zusatzsoftware nach einigem Konfigurationsaufwand den Zugang zum Internet. Erstmals gab es mehr kommerzielle als wissenschaftliche Nutzer.

Die Rechtsanwaltskanzlei Canter & Siegel machte sich das zu Nutze und überschwemmte am 5. März 1994 das Usenet mit Werbesendungen zur Greencard-Lotterie: die Geburtsstunde des "Spam", der dazu geführt hat, dass heute der Großteil des Emailverkehrs von unerwünschter Werbung stammt. Microsoft Windows 95 bescherte uns den ersten Browser von Microsoft, den Internet Explorer 1.0 und Netscape brachte seinen Navigator ins Spiel.

1998 wurde Netscape von AOL aufgekauft. Der Browser wurde ab Januar 1998 kostenlos zur Verfügung gestellt. Der in der Entwicklung stehende Netscape Communicator 5.0 wurde dann als freie Software herausgegeben, der Quellcode wurde aber nie veröffentlicht. Die Arbeit für den Netscape 5.0 sollte nicht umsonst gewesen sein und so gründete man das Projekt "Mozilla" als freies Software-Projekt, das allen zur Verfügung stehen sollte. Aus dem Mozilla Projekt wurde der Mozilla Browser.

Schnell aber erwies sich der Quellcode des Mozilla Browsers als zu aufgebläht und zu umständlich als Open-Source-Projekt und so entwickelte sich eine schlanke und abgespeckte Version mit dem Namen Phoenix (Browser) und Minotaur als Email Client.

BIOS - Hersteller Phoenix legte aus markenschutzrechtlichen Gründen gegen die Namensgebung Widerspruch ein. Aus diesem Grund entschloss man sich, den Phoenix-Web Browser in "Firebird" umzutaufen und der Email Client sollte zukünftig "Thunderbird" heißen. Letztendlich heisst der Browser "Firefox" und wird dieser Tage in der neuen Version 3 zum download angeboten.

Mit bis dato über 500 Millionen Downloads weltweit hat der Mozilla Firefox Browser Microsofts Internet Explorer auf den zweiten Platz verdrängt, Opera rangiert weit abgeschlagen an dritter Stelle.

Get Firefox!  Get Thunderbird!

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Internet2 NIG - Next Generation Internet

Das Internet2 ist das Ergebnis aus einem Zusammenschluß von 115 US-amerikanischen Universitäten und Krankenhäusern.

Das neue Netz - auch "Next Generation Internet" (NGI) genannt - verfügt über eine Bandbreite von 2,4 GBit/s (ca. 141 GB pro Minute) - ein 100faches des bisher im Internet üblichen. Durch dieses Projekt sollte der reibungslose Datenaustausch zwischen den Unis wieder gewährleistet werden.

Dank der hohen Transferraten wurde es damit etwa möglich, daß ein Arzt über das Netz live eine Operation verfolgt und beratend eingreifen kann. Finanziert wurde das Internet2 durch private Investoren und Universitäten. Ein Teil der Grundlagenforschung wird von der amerikanischen Regierung bezahlt.

In der Aufbauphase (ab 24. April 1998) stützten sich die Macher zunächst auf den "Very High Performance Backbone Network Service" (VBNS) von MCI. Mit einer Bandbreite von 622 MBit/s (ca. 4,6 GB pro Minute) dient es den Universitäten bis zur Fertigstellung des zweiten Internets. Es integriert Sprach-, Daten-, Audio- und Videodienste und soll Tele-Medizin und Tele-lernen im breiten Umfang bereitstellen sowie Multicast-Inhalte bieten.

Die Verbreitung des World Wide Webs vollzieht sich in einer selbst für computerhistorische Verhältnisse atemberaubenden Geschwindigkeit. Zwar stieg die Bedeutung des Internet schon im Verlauf der 80er Jahre des 20. Jahrhunderts, als das World Wide Web noch nicht erfunden war, stetig an, dennoch war das Internet weitgehend immer noch eine eher universitäre und wissenschaftliche Bastion. Die änderte sich, als das World Wide Web seine ersten Schritte außerhalb des CERN machte, sich Administratoren im Internet an die frei verfügbare WWW-Software wagten und die Basis für Web-Angebote bildeten.

Existierte Ende 1990 erst genau ein Webserver im Internet, nämlich auf dem Rechner von Tim Berners-Lee am CERN, und Ende 1995 schon immerhin knapp über 10.000 Rechner. Wiederum fünf Jahre später waren es Ende 2000 schon über 25 Millionen Webserver. Noch mal fünf Jahre später, Ende 2005, zählte man im Internet schon die dreifache Zahl davon, nämlich knapp 75 Millionen Webserver. Und die Tendenz ist weiterhin nahezu ungebrochen steigend.

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Siehe auch: Geschichte des Internet (Wikipedia)

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